Gastgebende:
Michael Hübner & Katrin Erb (BTU Cottbus-Senftenberg)
Carsten Schröder (FH Münster University of Applied Sciences)
Moderatorin:
Mona Braun (Stifterverband)
Auf dieser Seite dokumentieren wir wesentliche, vielen Teilnehmenden wichtige Punkte und sich daraus ergebende Fragen im Verlauf der Diskussion.
Herausforderungen:
- Transfer-Befähigung von Lehrkräften ist nicht bei jedem und jeder der im Transfer Aktiven gleich stark ausgeprägt.
- "Die" Gesellschaft gibt es nicht, Zielgruppen müssen individuell eruiert werden.
- Definition von „Innovation“: Darunter verstehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler oft etwas anderes als am Transfer Beteiligte aus Wirtschaft und Kultur.
- Inwiefern kann Innovation beziehungsweise Transfer auch als Demokratisierungsmotor funktionieren?
- Hochschulen sind keine Wirtschaftsunternehmen mit Key Performance Indicators (KPI) (= Schlüsselkennzahlen) in Bezug auf Innovation.
Maßnahmen, die Transfer und Innovationskraft dienen:
- Schulungen und Trainings für Lehrende, die Transferprojekte anbahnen und betreuen wollen (siehe auch Fokusthema 3 "Transfer-Anreize mit Lego diskutieren und entwickeln").
- Transfer in die Gesellschaft hinein braucht Kreativität und neue Orte der Begegnung.
- Die Blasen verlassen: Wichtig sind niedrigschwellige Angebote und ein Abbau von Berührungsängsten mit "den Akademikern", zum Bespiel mit "Lange Nacht der Wissenschaft", "Kinder-Uni", Science Slams.
- Impact funktioniert als Konzept und auch als Begriff offenbar besser im Vergleich zum Begriff Transfer (der von vielen mit "Technologietransfer" gleichgesetzt wird)
- Kooperation und Ko-Kreation sind die Prinzipien von erfolgreichem Transfer (siehe mehr dazu Fokusthema 2).
- Nachhaltiger Aufbau von Kontakten und „langer Atem“ sind notwendig für Netzwerkaufbau mit Transfer-Beteiligten aus allen gesellschaftlichen Bereichen.
- Auch Grundlagenforschung sollte in die Suche nach sinnstiftenden Transferfeldern einbezogen werden.
Kontroverse Punkte:
- Ist Transfer Dienstleistung für oder Treiber von Innovation?
- Eignet sich Kaltakquise für die Suche nach Kooperationspartnerinnen und -partnern – oder ist eher davon abzuraten?
- Sollten Transfer-Steckbriefe als Marketinginstrument oder "nur" als Falldokumentation eingesetzt werden?
Forderungen an die Politik:
- Entlastung der für Transfer zuständigen Stellen beziehungsweise Abteilungen durch finanzielle Zuschüsse, etwa für zusätzliches Personal.
- Kein Druck im Sinne von wirtschaftlichen KPIs für Hochschulen: Hauptaufgabe der Hochschulen ist Forschung und Lehre, nicht Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen.
- Wenn eine Hochschule selbst Produkte entwickelt, muss die Politik Anreize für potenzielle Partnerorganisationen setzen, die diese Produkte dann zur Marktreife führen.
- Gesellschaftliche Innovation war bis dato auch ein Motor für die Demokratie. Wie entwickelt sich diese Haltung unter der nächsten Bundesregierung?
Text: Mareike Knoke